Ihr Ansprechpartner für Verschlussdeckeldichtungen

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Ausreichend Innendruck?

Verschlussdeckeldichtungen

Verschlussdeckel-Dichtungen kommen als selbstdichtende Dichtung zum Einsatz, das heißt die erforderliche Dichtkraft wird nicht durch die Schrauben, sondern durch den Innendruck aufgebracht. Dadurch können Schrauben mit kleinerem Querschnitt gewählt werden.
Die ganze Verbindung wird somit kompakter.

Die Abbildung verdeutlicht das Konstruktionsprinzip. Bei hohen Drücken oder nachgearbeiteten Verschlüssen sind Kappen vorzusehen, damit der Graphit nicht in den Spalt zwischen Gehäuse und Verschlussdeckel extrudiert wird. Gedrückte Kappen bestehen aus 0,4 mm dickem Edelstahlblech 1.4541. Bei sehr hohen Drücken sind massive, gedrehte Kappen üblich.

Anhaltswerte für maximal überbrückbare Spalte:

b [mm]

5

10

15

20

30

40

s [mm]

0,4

0,6

0,8

1,0

1,2

1,3

Als Spaltbreite s ist der gemittelte Spalt gemäß Abbildung zu verstehen.

Im Neuzustand sollte der Spalt so eng wie möglich sein. Als Anhalt kann das angegebene Toleranzfeld dienen. Die Wahl und Ausführung bleibt dem Apparatehersteller überlassen.

Durchmesser d₂

Toleranzfeld dG/dV

d₂ < 500mm

D9/h8

d₂ > 500mm

E8/h8

Der Verschlussdeckel kann gemäß Abbildung zur Erleichterung der Montage um 1° bis 2 ° abgeschrägt sein. Verschlussdeckel-Dichtungen haben einen rechteckigen oder einen innen (seltener außen) abgeschrägten Querschnitt.

Es steht eine bewährte Profilreihe in sieben Bauformen zur Verfügung, mit denen alle Dichtprobleme dieses Spektrums gelöst werden können. Die erforderliche Vorverformung zur Anpassung der Dichtflächen wird durch die Deckelspannschrauben aufgebracht. Bei der Auslegung der Schrauben ist je nach Einbaulage des Deckels auch dessen Gewicht zu berücksichtigen. Abhängig von der Profilreihe und der Geometrie der Dichtung ist zur ausreichenden Verformung eine entsprechende Flächenpressung beziehungsweise ein entsprechender Innendruck erforderlich.

Der erforderliche Mindestdruck, der für eine selbstdichtende Verbindung notwendig ist, wird hier mit pkrit bezeichnet. Mit d1 = Innendurchmesser und d2 = Außendurchmesser der Dichtung, sowie Dichtfaktor K gilt:

 

Der Dichtfaktor K wurde in Versuchen ermittelt:

Aufbau und Werkstoff der DichtungRZ* [µm]
Graphitring, Profilreihe P70 aus chemisch reinem Graphit, „RivaTherm“P71P71KP71KLP74P74KP75P75K12,5 bis    25
Faktor K (N/mm2 )1001109070807080

Der maximale zulässige Betriebs- oder Prüfdruck kann auch mittels des kritischen Druckes abgeschätzt werden. Die gewählten Toleranzen sowie das Fehlen oder Vorhandensein von Blechkappen oder gedrehten Stützkappen ist dabei von ausschlaggebender Bedeutung.

Als Anhalt kann dienen:

DruckAusführung
pmax > 3 x pkritOhne Kappen
3 x pkrit < pmax< 6 x pkritMit Blechkappen
6 x pkrit < pmax< 12 x pkritMit gedrehter Stahlkappe

Einsatztemperaturen bis 650 °C (Medientemperatur) sind bei Verwendung von Kappen möglich.
In diesen Fällen ist sicherzustellen, dass die Kappen ohne Beschädigungen durch die Montage bleiben.

Nur komplett gekapselte Verschlussdeckel-Dichtungen sind weitgehend vor Oxidation geschützt.